Aufgedeckt: Die Geheimnisse der Gaspreisentwicklung

Frau notiert den Stand ihres Gaszählers
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Seitdem Ende der neunziger Jahre der Strommarkt in Deutschland liberalisiert wurde, hat jeder Bundesbürger ebenso die Möglichkeit, seinen Gaslieferanten selbst auszuwählen. Obwohl sich daraufhin unter den verschiedenen Anbietern ein reger Wettbewerb entwickelt hat und diese sich mit den Preisen regelmäßig unterboten, gibt es immer noch große Preisunterschiede. Zudem ist jedes Jahr im Herbst ein deutlicher Anstieg der Gaspreise zu beobachten. Vielen Menschen fällt es jedoch schwer, aus der schier unüberschaubaren Fülle der verschiedenen Anbieter den richtigen Lieferanten zu finden. Außerdem stellen sich viele den Prozess des Anbieterwechsels sehr kompliziert und zeitaufwändig vor. Manche haben gar Angst, durch einen Wechsel wochenlang ohne Heizung dazusitzen.

Bei all diesen Sorgen handelt es sich aber zumeist um Vorurteile. Fakt ist, dass heutzutage ein Wechsel des Gasanbieters überhaupt kein Problem darstellt. Die günstigsten Tarife können ebenfalls leicht und schnell herausgefunden werden, zum Beispiel mit einem Vergleichsrechner im Internet.

Gleichwohl sollte jeder vor einem Anbieterwechsel über die wichtigsten Kriterien informiert sein, anhand derer man einen guten Lieferanten erkennt. Auch Kenntnisse über die Faktoren, welche die Entwicklung des Gaspreises beeinflussen, können nicht schaden. Legen wir also los!

Woran orientiert sich die Entwicklung des Gaspreises?

Grundsätzlich hängt die Entwicklung des Gaspreises direkt mit der Entwicklung der Erdölpreise zusammen. Grund dafür ist, dass Gas beziehungsweise Erdgas meist genau dort gefunden wird, wo auch Erdöl gefördert wird. Erdgas ist damit praktisch ein Nebenprodukt aus der Förderung von Erdöl.

Kann nun aus irgendwelchen Gründen für eine gewisse Zeit weniger Erdöl gefördert werden als üblich, wird sich der Preis des Erdöls umgehend verteuern. Da Gas zusammen mit dem Öl gefördert wird, reduziert sich in diesem Zuge auch die Fördermenge für Erdgas. Die Folge ist, dass sich die Preise für das Erdgas in absehbarer Zeit ebenfalls verteuern werden.

Wie manche Anbieter diese Schwankungen ausnutzen

Wie immer, wenn auf einem Markt ein starker Wettbewerb entsteht, mischen sich unter die Zahl der seriösen Lieferanten auch immer wieder ein paar schwarze Schafe oder zumindest Anbieter, die deutlich schlechtere Bedingungen als ihre Konkurrenten bieten. Leider bemerkt der Kunde diese schlechteren Bedingungen meist nicht auf den ersten Blick. Er sollte daher sensibilisiert werden und die wichtigsten Punkte kennen, welche beim Abschluss eines Vertrags beachten werden sollten.

Zunächst ein grundlegender Tipp: Immer, wenn die Preise für Erdöl deutlich steigen, kann in der Folge auch mit einer Verteuerung des Erdgaspreises gerechnet werden. Manche Gaslieferanten bieten trotzdem an, einen festgelegten Gaspreis für eine bestimmte Laufzeit zu garantieren. Richtig viel sparen kann dabei jeder, der anhand des steigenden Ölpreises eine zukünftige Teuerung der Gaspreise rechtzeitig erkennt und daraufhin umgehend den Gasanbieter wechselt – und zwar zu einem neuen Anbieter, der die bereits angesprochene Preisgarantie bietet. So können die Hochpreisphasen in der Gaspreisentwicklung elegant umgangen werden.

Ein weiterer, oftmals geldbringender Tipp beim Bezug von Gas ist, auf die sogenannten Schwellenwerte zu achten. Unter einem Schwellenwert versteht man hierbei eine bestimmte Liefermenge, bei deren Überschreitung der Kunde vom Gaslieferanten einen günstigeren Preis angeboten bekommt. Sofern man mit seiner Liefermenge knapp unter diesem Schwellenwert liegt, kann es lohnend sein, entsprechend mehr Erdgas zu ordern und dafür trotzdem insgesamt einem günstigeren Preis zu bekommen. Man sollte sich also die Vertragsbedingungen hinsichtlich der Schwellenwerte ganz genau anschauen.

Tipps, um schnell und einfach den besten Gasanbieter zu finden

Wie bereits angedeutet, ist es heute in Zeiten des Internets überhaupt kein Problem mehr, Hunderte verschiedener Gasanbieter miteinander zu vergleichen und damit schnell und einfach den günstigsten Lieferanten zu finden. Dabei werden sogar die persönlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse optimal berücksichtigt. Ein guter Gasrechner umfasst dabei auch viele kleine und regionale Anbieter, welche nicht flächendeckend in Deutschland verfügbar sind. Diese können unter Umständen ein ganzes Stück günstiger sein als die großen und bekannten Gaslieferanten.

Bevor es daran gehen kann, einen Vergleich der verschiedenen in Frage kommenden Gasanbieter durchzuführen, sollte man zunächst einige Kennzahlen sammeln, die später während des Vergleichsprozesses abgefragt werden. Außer der Postleitzahl für den Wohnort benötigt man die Höhe des jährlichen Gasverbrauchs, gemessen in Kilowattstunden. Um diesen Wert zu ermitteln, einfach die letzte Jahresabrechnung des bisherigen Gaslieferanten zur Hand nehmen. Dort ist fast immer auch der jährliche Gasverbrauch vermerkt.

Doch was ist, wenn eine neue Wohnung bzw. ein neues Haus bezogen werden soll und man daher den Gasverbrauch nicht weiß und auch noch nicht einschätzen kann? In diesem Fall gibt es, ebenfalls im Internet, zahlreiche Tabellen, die Richtwerte zum Gasverbrauch und einfache Formeln zur Verfügung stellen, mit denen man den voraussichtlichen Gasverbrauch für die zukünftige Wohnung oder das Haus ermitteln kann. Dazu wird in der Regel nur die Quadratmeterzahl des zukünftigen Zuhauses benötigt.